1674 Schule in Steinbild

Dem zufälligen Fund einer Urkunde aus dem Jahre 1674 verdanken wir den Hin­weis, daß Steinbild um diese Zeit schon einen Schulmeister gehabt haben muß. Jedenfalls ordnete der Bischof Christoph Bernhardt von Galen seinzerzeit schrift­lich an, daß zu Steinbild bei der Kirche Schule und "Behausung" für den Schulmei­ster und Küster erbaut werden sollten.
Somit lag der Lehrer Kampwübbels, der die Schulchronik 1872 erstmals anlegte. richtig, wenn er formuliert, daß "unter Berücksichtigung des Alters der Kirche und des Dorfes" mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen sei, daß schon einige Jahrhun­derte lang primitive Schulverhältnisse beständen hätten.
Das erste Schulhaus stand im östlichen Teil des Dorfes in der Nähe des jetzigen Severin Klasen'schen angekauften Wohnhauses Nr. 6 (so die Schulchronik für 1872). Es soll ein sog. Backspeicher gewesen sein sein. Der Eigentümer H. H. Kor-fage hat darin auch Unterricht erteilt.
Die größeren Schüler mußten zur Winterzeit nach Ahlen zur Schule, die kleineren gingen nach Steinbild (Zeitpunkt 1800-1801). Von nicht langer Dauer war auch eine Schule auf dem Grundstück des Freiherrn von Dincklage zwischen den Häusern des Herrn. Kampling und des Kaufmanns R. Sievers. An der Schulstelle stand später das Haus Pieper.
1819 wurde eine massivere Schule gebaut. Sievert Korfage war an dieser Schule angestellt und war Vorgänger von Kampwübbels.
Korfage wirkte bis 1865 und starb 1869.

Um 1800 Schule in Ahlen

ie erste Schule in Ahlen, wohl eine Nebenschule von Steinbild, soll bei "Otten Hause" auf dem Esch gestanden haben. Irgendwelche Beweise sind dafür nicht mehr zu erbringen. Aber nachzuweisen ist, daß um 1800 bis 1817 eine Schule bestanden hat. Diese wurde bei einer Schulvisitation im Jahre 1817 schon für bau­fällig erklärt.
Diese Schule war aus Fachwerk mit Lehmwänden erbaut, sie ist nach Dörpen (Müll) verkauft worden und diente dann als Backspeicher. In dieser Schule waren nur kleine Bänke ohne Rückenlehne und Schreibtisch. Die Kinder hatten Schreib­tafeln, welche auf die Knie gelegt wurden. Es wurde nur im Winter Schule gehalten. Die Schule aus dem Baujahr 1826 war zunächst ohne Genehmigung der Behörden errichtet worden, so sagt es ein Schreiben vom 7. 11. 1826 der Königl. Han. Land-drostey Osnabrück. Das Schulgrundstück war von dem damaligen Beerbten Framen zur Verfügung gestellt. Er hatte dafür eine Wiese auf dem Hagelhaß als Ersatz bekommen. Die Wiese soll noch Schulwiese heißen. Diese Schule muß Bestand gehabt haben bis etwa 1888. Es heißt dann in der Schulchronik: Am 25. Mai 1888 wurde die neue Schule auf "Kluse" ausbedungen für 4.169 Mark. Ausführende waren Everh. Eikens und Heinr. Abeln von Ahlen. Am 13. August 1888 wurde der Grundstein von Pastor Richter aus Steinbild und den Schulvorständen Otto Niehoff und Hermann Pieper gelegt."
Am jetzigen Standort konnte Ostern 1932 die neuerbaute Schule eingeweiht werden. Ausführender Unternehmer war Kamp aus Ahlen. Mit der neuen Schule wurde auch gleichzeitig eine Lehrer- und Lehrerinnenwohnung gebaut.

Lehrer in der Schule Ahlen

Nach Rüschen war Johann Wilhelm Waterloo kurze Zeit Lehrer in Ahlen. Nach Waterloo kam Lehrer Schweers, gebürtig aus Brual. Er hatte schon sein Examen an einer Normalschule abgelegt. Er baute das Haus, wo um 1880 H. H. Hermes gewohnt hat, um und heiratete Thekla Niehoff. Er ließ sich später versetzen. Er starb 1874.

Darauf hat Bern Hagemeyer aus Ahlen im Winter Schule gehalten. Er war später Feuerschauer für das Kirchspiel Lathen und starb im Jahre 1880. Im Jahre 1843 wurde Lammers als Lehrer angestellt und war bis 1857 tätig.

Im Jahre 1857 bekam Lehrer Borgmann die Stelle. Während seiner Dienstzeit wurde das Lehrer­gehalt auf 100 Rth. = 300 Mark erhöht. Borgmann kam 1865 nach Papen­burg zur Mittelschule.

Heinr. Alfers wurde am 9. Mai 1865 definitiv an der Schule Ahlen eingestellt. Er war am 11. 09. 1842 in Neusustrum geboren und hatte von 1860 bis 1862 das Lehrerseminar in Osnabrück besucht. Ihm war im Jahre 1862 zunächst die Lehrerstelle in Neudörpen provisorisch übertragen. 1864 kam er als zwei­ter Lehrer, Küster und Organist nach Dörpen und blieb hier bis 08. 05.1885. Da das Schullokal wegen der großen Schülerzahl zu klein wurde, wurde für den Winter die Halbtagsschule eingerichtet.

Am 01.10.1911 wurde dann Gerh. Lager, geb. zu Niederlangen, von Altharen nach Ahlen versetzt. Er wirkte bis 1936 an der Schule. Nach dem Tode von Lehrer Lager wechselten die Lehrer häu­fig. Die Schulamtsbewerber Fuhlrot und Elis. Niesmann wurden wegen politischer Unzuverlässigkeit" fristlos entlassen. Nach Kriegsende wurde der Unterricht erst am 15. 10. 45 wieder aufgenommen. Lehrer Fuhlrot wurde am 01. 08. 45 von der Militärregierung wieder zum Schuldienst zuge­lassen. Fuhlrot starb am 13. 9. 61. Er war 37 Jahre im Lehrerberuf tätig.

Ostern 1962 wird das neunte Schuljahr in allen Schulen des Landes Nieder­sachsen eingeführt. Die Volksschule in Ahlen ist nun vierklassig. Neuer Hauptlehrer ist Grote.